Arsenals Sieg bei Liverpool unterstrich, warum sich das Team zur dominierenden Kraft der Premier League entwickelt. Der Titelverteidiger liegt drei Punkte an der Tabellenspitze und fünf Punkte vor dem drittplatzierten Brighton, während Manchester City auf Rang zwei steht und ihm möglicherweise ein erheblicher Punktabzug droht.

Liverpool legte vor der Halbzeit eine intensive Phase hin und presste vor einem elektrisierten Publikum an der Anfield Road aggressiv. Arsenal überstand diesen Druck, formierte sich in der Pause neu und kontrollierte die zweite Hälfte. Damit haben sie Liverpool nun in zwei aufeinanderfolgenden Ligaspielen daran gehindert, einen Schuss auf das Tor abzugeben.

Das Spiel zeigte außerdem, dass Arsenal durch ein besonders energisches Pressing aus dem Rhythmus gebracht werden kann, obwohl Liverpool die daraus entstandenen Chancen nicht verwertete. Die Gastgeber schienen einen starken Anspruch auf einen Elfmeter zu haben, nachdem Jurriën Timber am Trikot von Alexander Isak gezogen hatte, während Alexis Mac Allister aus guter Position über das Tor köpfte. Arsenals Fähigkeit, die Chancen der Gegner zu begrenzen, bleibt eine ihrer größten Stärken; Ezri Konsa wurde für eine herausragende Leistung besonders hervorgehoben.

Auch die Kadertiefe ist für Arsenal zu einem entscheidenden Vorteil geworden. Statt sich ausschließlich auf die Verpflichtung möglichst prominenter Spieler zu konzentrieren, hat der Klub eine breitere Gruppe aufgebaut, die durch Einwechslungen und Rotation ein gleichbleibend hohes Niveau gewährleisten kann. Gegen Liverpool wurden Myles Lewis-Skelly, Piero Hincapié, Viktor Gyökeres und Mikel Merino eingewechselt, während Arsenal seine Führung absicherte. Liverpools eigene Wechsel störten das Gleichgewicht der Mannschaft, insbesondere nachdem Dominik Szoboszlai Trey Nyoni ersetzt hatte.

Arsenal hat in dieser Saison wiederholt zur Halbzeit bestehende Unentschieden in Siege verwandelt, und zwar bereits siebenmal. Ein tiefer besetzter Kader sollte mehr Rotation ermöglichen, die Ermüdung verringern und bei Verletzungen größeren Ersatz bieten, auch wenn dies die Niederlage gegen Fleetwood im Carabao Cup in der vergangenen Woche nicht verhindern konnte.

Das Titelrennen ist längst noch nicht entschieden. Arsenal befand sich zu diesem Zeitpunkt der vergangenen Saison in einer ähnlich beherrschenden Position, bevor die Titelambitionen im Frühjahr ins Wanken gerieten. Nun verfügen sie jedoch über die Erfahrung, die Meisterschaft gewonnen zu haben, und haben größere Widerstandsfähigkeit gezeigt, darunter den ersten Sieg an der Anfield Road seit 2012 sowie einen Erfolg bei Nottingham Forest nach zwei aufeinanderfolgenden torlosen Unentschieden im City Ground.

Auch Manchester City hat nach Niederlagen in aufeinanderfolgenden Ligaspielen gegen Aston Villa und Brighton nach einer Serie von sieben Siegen Schwächen gezeigt. Die hoch stehende Abwehr wurde entblößt, während sich Liverpool unter Andoni Iraola noch entwickelt und weiterhin neun Punkte hinter Arsenal liegt. Chelsea liegt nur einen weiteren Punkt dahinter, befindet sich jedoch noch im Aufbau, und Brighton fehlt die Kadertiefe, um als ernsthafter Titelanwärter zu gelten.

Arsenals Leistung bei Liverpool bestätigte den Eindruck, dass sie derzeit die stärkste Mannschaft der Liga sind. Ihre Kadertiefe, ihr Zusammenhalt, ihre vielseitigen Angriffsoptionen und ihr gewachsenes Selbstvertrauen haben ihnen geholfen, an Spielorten Punkte zu sammeln, an denen sie zuvor Schwierigkeiten hatten. Ein beträchtlicher Vorsprung bis Ostern könnte zudem ihre Chancen in Europa stärken, dem bedeutendsten Wettbewerb, den sie bislang noch nicht gewonnen haben.

Quellen: The Guardian Sport.